Konzept

2018 haben wir, zehn Jahre nach Gründung des Areopags ein neues Konzept entwickelt. Im Folgenden könnt Ihr es lesen! Warnung: Viel Text und eher für die intensive Hintergrundrecherche gedacht 😉

Das Kurzkonzept zum Download!

1. Pastoraler Auftrag

[Paulus] redete in der Synagoge [in Athen] mit den Juden und Gottesfürchtigen und auf dem Markt sprach er täglich mit denen, die er gerade antraf. […] Sie nahmen ihn mit, führten ihn zum Areopag und fragten: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du vorträgst? (Apg 17,19)

Paulus begnügte sich nicht damit, in der Synagoge zu sprechen, sondern ging dorthin, wo er viele unterschiedliche Menschen treffen konnte: auf den Markt. Letztlich ließ er sich von den Menschen, die er dort traf, zu einem dritten Ort führen: Auf dem Areopag kam er mit ihnen ins Gespräch.

Unser Areopag ist ein Zentrum der Evangelisierung[1] für Jugendliche mitten in Reckling-hausen. Es soll – wie der Areopag in der biblischen Perikope – ein Ort des Lebens und des Glaubens sein und er soll ein Ort sein, an dem sich die kirchlich Handelnden von den (oft nicht kirchlich gebundenen) Jugendlichen in ihre Lebenswelt führen lassen.

Für die Kirche, das Bistum und die Recklinghäuser Pfarreien ist das Areopag eine Begegnungs- und Entdeckungsmöglichkeit mit Gott in den Lebenswelten und existenziellen Suchbewegungen junger Menschen.

2. Für wen wir da sein wollen

Das Areopag richtet sich an Schüler/innen aus Recklinghausen, die die neunte oder höhere Klassen besuchen. Die Gymnasien der kooperativen Oberstufe (Petrinum, Freiherr-vom-Stein, Hittorf, Marie-Curie) bieten aufgrund der räumlichen Nähe zunächst einen natürlichen Ansatzpunkt.

Jugendliche, die Kontakt zum Areopag aufgebaut haben, können auch über die Schulzeit hinaus Teil der Nutzergruppen bleiben.

Im Rahmen der Partnerschaften (s.u.) können Gruppen die Ressourcen des Areopags in Absprache nutzen.

3. Für was wir da sein wollen

  1. Wir bieten Schüler/innen einen Raum, in dem sie sich ohne kommerzielle Zwänge und ohne Leistungsdruck bewegen können und den sie mitgestalten können.
  2. Wir unterstützen Schüler/innen in ihrem (schulischen) Alltag und in ihrer Entwicklung zu eigenständigen Persönlichkeiten in der pluralisierten Gesellschaft. Die Botschaft Jesu dient hierbei als Orientierung.[2]
  3. Wir unterstützen die spirituelle Suche junger Menschen, indem wir neben unserem personalen Angebot[3] eine junge Form von Kirche anbieten, die stets im Wandel ist und einen experimentellen Charakter behält.
  4. Wir unterstützen (Religions-)lehrer/innen in ihrem Auftrag in den Bereichen, in denen sich die Interessen und Aufträge von Jugendpastoral und Schule überschneiden.[4]

4. Kommunikation und Zugangswege

Über die Kooperation (Bildungsangebote, pastorale Angebote, s.u.) mit den Schulen kommunizieren wir mit Schülerinnen und Schülern direkt. Wir setzen weiterhin auf Mund-zu-Mund-Werbung, die von uns bewusst gefördert wird (z. B. Café-AG).

In den Schulen sind wir dem Lehrpersonal bekannt, ein Fokus liegt auf Schulleitungen und Religions-Fachkonferenzen.

Darüber hinaus kommunizieren wir über Social-Media mit Jugendlichen (z. Zt. verschiedene Messenger, Instagram, Facebook). Auch mit einer Homepage, mit Flyern und Plakaten sind wir präsent.

5. Schlüsselaktivitäten

Das Areopag fußt auf drei Säulen:

  1. Jugendcafé

Das Café ist ein offenes Angebot. Wir stellen Raum, Essen & Trinken, Musik, freies WLan, Spiele etc. zur Verfügung. Wir laden darüber hinaus Schülerinnen und Schüler ein, das Angebot des Jugendcafés sowohl räumlich als auch inhaltlich (Veranstaltungen, Aktionen) mitzugestalten (u.a. Café-AG). Das Areopag hat daher eine lange Geschichte ehrenamtlichen Engagements (Café-Team, Band). In allen Bereichen wollen wir dieses Engagement nach besten Kräften fördern und professionell begleiten.

Im Sinne einer bewussten Mitgestaltung unserer Umwelt legen wir Wert auf hochwertige, fair gehandelte und bezahlbare Produkte.

 2. Jugendpastoral in der Lebenswelt Schule

In den verschiedenen Lebenswelten, in denen sich heute Jugendliche bewegen, spielt die Schule eine zentrale Rolle.

Im Café sind wir für Schülerinnen und Schüler der umliegenden Schulen gut erreichbar und ansprechbar.

Wir bieten ein breit aufgestelltes non-formales Bildungsangebot an, für das sich Schulklassen anmelden können (Kennenlerntage, Klassentage, Tage religiöser Orientierung, Suchtprävention, Stressprävention etc.).

Wir bieten darüber hinaus explizit pastorale Angebote mit und für Schulen vor Ort an.

3. Junge Gemeinde

Junge Gemeinde sind wir, weil wir einen Raum der Begegnung zwischen Jugendlichen mit ihren zentralen, existenziellen Fragen und der Frohen Botschaft Jesu Christi bieten. Wir verstehen uns als personale Gemeinde.[5]

Junge Gemeinde sind wir neben der Alterststruktur auch, weil wir mit Formen des gelebten Glaubens experimentieren und uns immer wieder neu erfinden.

In besonderer Weise sehen wir uns dem Schutz von Kindern und Jugendlichen verpflichtet. Daher ist uns Prävention sexualisierter Gewalt sowie von Kindeswohlgefährdung ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund bieten wir Schulungen gemäß der Präventionsordnung der Bistümer in NRW[6] an.

6. Ressourcen

Grundlegende Ressource ist das Haus selbst; als modern eingerichtetes Jugendcafé in einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus mit verschiedenen Räumen (Cafébereich, der für Seminare genutzt werden kann; Kleingruppenräume; Raum der Stille, Büros, Materialräume). Als potentieller Anders-Ort[7] hat es einen Zeichencharakter für die Stadt und darüber hinaus.

Jugendliche gestalten das Areopag mit ihren Vorstellungen und ihrem Einsatz mit und sind damit zentraler Auftrag (s. 5a) und wichtige Ressource zugleich.

Das Areopag wird von einer/m Pastoralreferentin/en geleitet, diese/r ist auch Geschäftsführer/in. Neben der Leitung des Areopags ist diese/r auch Stadtjugendseelsorger/in.

Ein/e pädagogisch/e Mitarbeiter/in verantwortet den Bereich der Bildungsarbeit.

Beide arbeiten gemeinsam in allen Bereichen der Einrichtung.

Ein/e FSJler/in unterstützt das Team und verantwortet große Teile des Cafébetriebs. Zudem gibt es ein Honorarteam, welches vorwiegend in der Bildungsarbeit zum Einsatz kommt.

Grundlegende Richtungsentscheidungen werden von der Steuerungsgruppe getroffen, in der das Team des Areopags, hauptamtliche Vertreter/innen der Pfarreien, der kirchl. Jugendarbeit, des Regionalbüros Mitte und Ehrenamtliche miteinander arbeiten. Die Steuerungsgruppe wird seit ihrer Gründung von Prof. Dr. Hans Hobelsberger (KatHO NRW) beraten.

Die Zentralrendantur in Recklinghausen übernimmt für das Areopag die Haushaltsführung.

7. Partnerschaften

Wir sind eng mit den drei Recklinghäuser Pfarreien (s.u.) verbunden, darüber hinaus mit der Gastkirche.

Über den Stadtjugendring sind wir mit weiteren Akteuren der Jugendarbeit im städtischen Kontext verbunden. Mit dem Regionalbüro Mitte (Dülmen) und den entsprechenden Abteilungen des Generalvikariats tauschen wir uns aus und kooperieren bei Veranstaltungen, insbesondere bei Schulungsangeboten. Als Kooperationscafé der KSJ stehen wir sowohl mit dem Verband als auch mit weiteren Jugendcafés im Bistum Münster in Kontakt.

8. Trägerschaft und Finanzierung

Aktuell wird das Areopag vom Verband der Katholischen Kirchengemeinden Recklinghausens getragen und dort von den drei Recklinghäuser Pfarreien St. Peter, St. Antonius und Liebfrauen finanziert.[8] Das Bistum Münster finanziert die Stelle des/der Pastoralreferenten/in und im Rahmen einer Projektfinanzierung aktuell die Stelle des/der pädagogischen Mitarbeiters/in zur Hälfte.

[1] Das Bistum Münster setzt einen Schwerpunkt darauf, Seelsorge als Evangelisierung zu verstehen. Dazu und zum Begriff der Evangelisierung vgl. Bischöfliches Generalvikariat Münster: Kulturwandel im Bistum Münster. Die katholische Kirche im Bistum Münster als Kirche, die Beziehung stiftet. Münster 2018. S. 11.

[2] Vgl. dazu: Ebd. S. 14.

[3] Vgl. dazu: Gemeinsame Synode der Bistümer der Bundesrepublik Deutschland: Ziele und Aufgaben kirchlicher Jugendarbeit. In: Gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland (Gesamtausgabe I), Freiburg u. a. ²1976, S. 298-301.

[4] Vgl. dazu insb. Landesverfassung NRW Art. 6 und 7.

[5] Vgl. Bischöflicher Rat im Bistum Münster: Merkmale zur Unterscheidung von Pfarrei und Gemeinde. Vom 26.08.2016. http://www.pastoralplan-bistum-muenster.de/fileadmin/user_upload/pastoralplan/downloads/2016/Merkmale-Unterscheidung-Pfarrei-Gemeinde.pdf. S. 2.

[6] Bistum Münster: Ordnung zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und schutz- oder hilfebedüftigen Erwachsenen für den nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster. In Kraft gesetzt am 01.05.2014. http://www.praevention-im-bistum-muenster.de/ fileadmin/user_upload/praevention/ downloads/Dokumente/PraeventionsOrdnung.pdf. Abgerufen am 15.06.2018.

[7] Vgl. Foucault, Michel (1967): Von anderen Räumen. In: Dünne, Jörg / Günzel, Stephan (Hg.) (2006): Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften. Suhrkamp: Frankfurt/Main, S. 320.

[8] Vor der Zusammenlegung der Dekanate 2016 bestand der Verband aus den drei Recklinghäuser Pfarreien. Die hinzugekommenen Pfarreien aus Datteln, Waltrop, Oer-Erkenschwick und Herten beteiligen sich nicht an der Finanzierung.

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